So findet ihr eine günstige Unterkunft in Amsterdam

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Wer schonmal in unserer schönen Grachtenstadt war, weiß, dass günstig und Amsterdam selten im selben Satz genannt werden können. Das bezieht sich auf nahezu alle Bereiche der Stadt, ob man sich nun Kulturangebote, Essen oder Unterkünfte ansieht. Gerade letztere schlagen aber auf Reisen natürlich oft ins Budget und das in Amsterdam so richtig: die gemittelte Hotelnacht hat hier 2022 fast 250€ gekostet. Ein Schock? Definitiv. Zum Glück gibt es aber Wege, wie man doch an eine bezahlbare Unterkunft kommt.

Ein Hotel- oder Airbnb-Schnapper läuft einem selten einfach mal so über den Weg. Daher haben wir euch hier unsere Tipps & Tricks zusammengetragen, wie ihr doch noch an eine günstige Unterkunft in Amsterdam kommt. Der wichtigste vorweg: Flexibilität ist das A & O.

Grachtenhäuser in Amsterdam

Warum ist Amsterdam so teuer?

Tatsächlich haben die hohen Kosten (vor allem für Touristen) mit der Beliebtheit der Stadt zu tun. Durch die vielen Fazilitäten, den reichen Kultursektor und das üppige Angebot in Amsterdam werden jährlich große Scharen an Touristen angezogen. Diese bringen auf der einen Seite natürlich Geld in die Stadt. Auf der anderen Seite ist der Massentourismus aber auch der Grund Nr. 1 dafür, dass Amsterdam immer teurer wird. Warum ist das so?

2019 hat die Stadt den Höhepunkt des Massentourismus erlebt: 31 Mio. Touristen in nur einem Jahr. Das sind 31x so viele Einwohner wie die Stadt hat: Ein Problem für Stadt und Anwohner. Touristen sind gut, zu viele Touristen kann die Stadt aber nicht stämmen. Um die Massen also wieder mehr zu regulieren und unter Kontrolle zu bekommen, hat die Stadt peux a peux Maßnahmen ergriffen – vor allem monetäre. Amsterdam berechnet momentan eine Touristentaxe von 12.5% (für Unterkünfte) und 2,50€ für Kulturangebote. Vor allem Unterkunftspreise sind daher extrem in die Höhe geschossen und sind – vor allem im Zentrum – beinahe unbezahlbar geworden. Bei dieser Entwicklung noch eine günstige Unterkunft in Amsterdam finden? Eine Challenge.

Auswirkungen auf Amsterdamer & Touristen

Das ist vor allem für junge Leute problematisch. Selbst Hostelbetten kosten hier gut und gern mal 70€/Nacht, was einen Amsterdambesuch zum Luxus macht, den sich junge Leute oft nicht leisten können. Dadurch kommen immer weniger junge Besucher in die Stadt, was natürlich weniger Diversität bedeutet und auch super schade ist, da die Stadt auch für junge Leute so viel zu bieten hat. Und damit meinen wir nicht das grüne Gold, sondern die Vielzahl an tollen Museen, Musikangeboten und Geschichte.

Verdienen die Niederländer dann auch mehr? Das kann man per se nicht so sagen. Das gemittelte Einkommen in den Niederlanden entspricht ziemlich genau dem gemittelten Einkommen in Deutschland. Allerdings ist Amsterdam als Hauptstadt natürlich ein Spezialfall – genauso wie die Situation in Berlin nicht ganz Deutschland widerspiegelt. Im Schnitt verdienen die Amsterdamer also nochmal ein paar hundert Euro extra im Monat. Diese wiegen aber die Unterschiede in den Lebenshaltungskosten nicht unbedingt auf, weswegen Amsterdam für Touristen wie Bewohner eine teure Stadt bleibt.

Damplatz mit Touristen

So findet ihr eine günstige Unterkunft in Amsterdam

Flexibilität, Flexibilität, Flexibilität

Ja, wir sagen es gern erneut: Flexibilität ist wirklich alles, wenn man einen guten Deal in Amsterdam finden will. Damit meinen wir sowohl räumliche als auch zeitliche Flexibilität. Es ist kein Geheimnis, dass gewisse (Jahres-)Zeiten günstiger sind als andere. In Amsterdam sind das vor allem die Wintermonate. Zwischen Dezember und März kann die Stadt immer etwas aufatmen und sich für die Saison vorbereiten. Da die Nachfrage nach Unterkünften sinkt, werden diese automatisch günstiger. Im Einzelfall lohnt es sich immer, beim Hotel/Airbnb eurer Wahl mehrere Tage hintereinander zu schauen, wann genau ihr die günstigsten Preise erhaschen könnt. Je flexibler ihr also seid, desto günstigere Angebote könnt ihr finden.

Große Feiertage und Events vermeiden

Amsterdam ist die Stadt der Events. Genau wie New York City schläft die Stadt nie und hier ist immer etwas los. Das bedeutet aber natürlich auch, dass es einige Daten im Jahr gibt, wo die Unterkunftpreise nochmal extrem nach oben schießen. Beispiele sind der Kingsday (27. April), die LGBTQ-Pride (erstes Augustwochenende), oder der Grand Prix in Zandvoort (Spätsommer). Abgesehen davon erlebt die Stadt Peaks, wenn hier kulturelle Festivals wie das internationale Filmfestival IDFA und Musikevents wie das Amsterdam Dance Event stattfinden. Wenn ihr von nichts davon je etwas gehört habt, lohnt es sich auf jeden Fall, bei eurer Amsterdamplanung fix zu googeln, was gerade in der Stadt los ist.

Camping in der Großstadt

Ja, ihr hört richtig: Genau das könnt ihr in Amsterdam machen. Zwar sind wir eine Großstadt, die ist aber von wunderschönem Grün, tollen Wäldern und Seen umgeben. Selbst zum Meer ist es nur ein Katzensprung! Da bietet sich Camping natürlich ideal an, egal, ob man nun mit der Familie, den Freunden oder als Pärchen unsere schöne Grachtenstadt besucht. Ein so großes Geheimnis sind die Campingplätze rund um Amsterdam leider nicht mehr, deshalb lohnt es sich auch hier, die Verfügbarkeit so weit wie möglich im Voraus auszuchecken. Dann kann man hier aber echt gute Schnapper machen und verhältnismäßig günstig die Stadt besuchen. Super, da dann natürlich mehr Budget für tolle Unternehmungen übrig bleibt…

Oder surfen auf den Couches der Locals?

Auch von Couchsurfing haben die meisten von uns schonmal etwas gehört. Hier muss man allerdings sagen, dass diese Option eher etwas für Alleinreisende oder maximal noch Pärchen ist. Wenn ihr aber in kleiner Konstellation unterwegs seid, kann Couchsurfing heutzutage so die letzte Möglichkeit sein, wie man noch richtig günstig (in diesem Fall sogar UMSONST) in Amsterdam unterkommt. Die Idee dahinter ist denkbar einfach: Locals, die gern Reisende für eine Nacht aufnehmen wollen, können ihre Couches oder Gästezimmer auf Couchsurfing anbieten. Reisende können dann mit dem Host in Kontakt treten – wenn es passt, schläft man umsonst eine Nacht auf der Couch.

Das ist natürlich super für den Geldbeutel und man kann oft auch noch Geheimtipps von einem echten Amsterdamer abgreifen – super! Allerdings raten wir euch, den Host vielleicht vorher auf ein kurzes Treffen/einen kurzen Kaffee zu treffen, damit ihr auch mit einem guten Gefühl und vor allem sicher unterkommt.

Unterschätzte Ecken rund um Amsterdam kennenlernen

Dies ist der vielleicht wertvollste Tipp. Die öffentlichen Verkehrsmittel in den Niederlanden sind hochmodern und die Infrastruktur fast überall super ausgebaut. Wenn euch ein kleiner Pendeltrip von +- 30 Min euch nichts ausmacht, dann ist das der Weg für das beste Preis-Leistungsverhältnis. Schaut beispielsweise mal nach den Center Parcs rund um die Stadt (z.B. der in Zandvoort, wunderschön am Strand), oder schaut auf Airbnb etwas außerhalb der Stadt in einem kleinen, authentisch-niederländischem Örtchen. Hier habt ihr zumal den Vorteil, dass ihr dem Trubel der Stadt abends entfliehen könnt und so noch mehr Urlaubsfeeling genießen könnt!

Park Zandvoort

Wir hoffen, dass euch diese Tipps helfen, doch noch eine günstige Unterkunft in unserem schönen Amsterdam zu finden! Wenn ihr weitere Hilfe dabei braucht, meldet euch jederzeit bei uns.

Viel Spaß in Amsterdam wünschst das Amsterdamliebe-Team ♥️

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Amsterdamliebe-author
Amsterdamexpertin Shari <3