Roti, Stamppot & Co.: Die 5 leckersten niederländischen Gerichte

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Wer glaubt, die kulinarische Welt der Niederlande fängt bei Kroket an und hört bei Frikandel Spezial auf, der sollte die Nase aus dem Febo und rein in die Amsterdamer Essenskultur stecken! Tatsächlich befinden sich dazwischen nämlich noch Länder aus besonderen Spezialitäten, Ozeane aus feinsten Getränken und der ein oder andere internationale Einfluss, den man vielleicht erstmal nicht erwartet hätte. Die niederländische Küche hat über Klassiker wie Vla und Stroopwaffel hinaus noch so viel mehr zu bieten, als manch einer denkt. Besonders in unserer schönen Hauptstadt spiegelt sich dabei der multikulturelle Charakter der Niederlande wider und das überträgt sich auch auf die Kulinarik. Natürlich könnt ihr hier auch die klassischen niederländischen Pfannkuchen bekommen. Wir hoffen aber, euch in diesem Blog noch einige authentische niederländische Gerichte mitgeben zu können, von denen ihr vielleicht noch nie gehört habt.

Hier sind 5 echt niederländische Gerichte, bei denen uns das Wasser im Mund zusammenläuft! Probiert euch also auf eurem Amsterdamtrip unbedingt mal durch und erweitert euren kulinarischen Horizont. Pssst… Wer von den Tipps nicht genug bekommen kann, sollte sich mal unsere kulturelle Essenstour ansehen. 😊

1) Bitterballen: Frittiertes Glück in Bällchenform

Damit alle, die für ihre geliebten frittierten Goodies über die Grenze fahren, nicht zu kurz kommen, müssen unsere beliebten Bitterballen natürlich trotzdem an erste Stelle stellen. Bitterballen sind kleine frittierte Bällchen, die mit einer Art Rinderragout gefüllt sind. Super lecker, die kleinen Dinger! Übrigens sind diese mittlerweile auch für Vegetarier und Veganer eine Option, denn sie werden fast überall in der Stadt auch in pflanzlicher Form angeboten. Also ab ins braune Café (= echt klassische Amsterdamer Bar) eurer Wahl, Bierchen oder Weinchen in die Hand und eine Portion Bitterballen dazu! Wem das noch nicht genug ist, der kann sich eine ganze „Bittergarnitur“ bestellen. Diese besteht aus einem Mix von Bitterballen, Käsesticks und frittiertem Hühnchen und wird meist mit allerhand leckeren Sößchen gereicht. Die ideale Vorspeisenplatte für euren Borrel!

Fun Fact: Ja, die Niederländer haben ein Wort für die Aktivität des Biertrinkens/Snack-Verspeisens/Schnackens erfunden: Borrel. Da alle drei Freuden des Lebens ein so großer Teil niederländischer Kultur sind, durfte ein eigenes Wort für diesen Mix aus schönen Aktivitäten nicht fehlen.

2) Stamppot: Das wahre Nationalgericht der Niederlande

Zwar ist da schon etwas Wahres dran, dass die niederländische Küche viel aus frittierten Snacks besteht. Allerdings natürlich nicht nur! Wenn wir über niederländische Gerichte sprechen, darf eines dabei im Herbst nicht fehlen. Denn wer es echt authentisch und urig mag, der sollte unbedingt mal Stamppot probieren! Den leckeren Kartoffel-/Gemüsebrei gibt es in allerlei Varianten, wobei die mit Endivie bei weitem die beliebteste ist („Andijviestamppot“). Theoretisch könntet ihr aber jedes Gemüse nehmen, dass sich gut mit Kartoffelbrei versteht. Ein niederländisches Gericht, das ihr garantiert nur hier bekommt! Dazu wird dann meist noch eine deftige „Rookworst“ gereicht, Bratensoße dazu und schon habt ihr die perfekte niederländische Hausmannskost! Passt auch super zur gemütlichen Herbststimmung und den Temperaturen gerade… 🍁

Den besten Stamppot gibt es unserer Meinung nach übrigens im Café Zonneveld im schönen Jordaanviertel!

3) Roti: Surinamische Spezialität trifft Niederlande

Streng genommen bezeichnet Roti ein speziell zubereitetes Fladenbrot, das auf dem indischen Subkontinent zuhause ist. In den Niederlanden ist Roti allerdings eines der Nationalgerichte, das dem multikulturellen Charakter der Niederlande zu verdanken ist. Dieses leckere Gericht stammt ursprünglich aus Suriname (eine der größten ehemaligen niederländischen Kolonien) und ist vor allem mit den großen Zuwanderungswellen in den 70er Jahren nach Europa gekommen. Klassisch besteht dieses (nicht ganz so) niederländische Gericht immer aus 4 Teilen: Speziell eingelegtes Fleisch, eingelegte grüne Bohnen, gewürzte Kartoffeln und surinamisches Brot. Jedes niederländische Kind wächst mit einem Rotiladen des Vertrauens auf und wenn ihr mal einige Amsterdamer auf der Straße fragen würdet, würden euch viele Roti als Lieblingsessen nennen. Amsterdam ist also der perfekte Ort, um eure kulinarischen Erfahrungen zu erweitern und mal eine Küche zu probieren, die ihr in Deutschland nur selten findet!

Geheimtipp: Fast jeder Rotiladen in Amsterdam ist gut, da die meisten auf Familienrezepte setzen. Also einfach mal reinspazieren und euch die Rotikombination bestellen, die euch am meisten anzieht!

4) Pommes: Der All-time-Favorit

Früher waren die Belgier unser größter Handelskonkurrent, heutzutage streiten sie sich noch immer mit den Niederländern darum, wer denn nun die besten Pommes macht. Beide Länder sind für ihre charakteristisch dick geschnittenen Pommes Frites bekannt. Diese sind in den Niederlanden aber nur die halbe Miete. Genauso wichtig wie die Kartoffel – wenn nicht gar wichtiger – ist nämlich die Soße, die ihr euch dazu aussucht! Zwar ist Mayo die mit Abstand beliebteste, aber die kriegt ihr ja auch zuhause. Wer mal etwas ausgefalleneres – und typisch niederländisches – probieren möchte, sollte es mal mit Satésoße (Erdnuss), Piccalilly (würzige Soße mit sauren Gürkchen, Zwiebeln, Kurkuma) oder Joppiesoße (Curry-Mayo) probieren.

Fun Fact: Bei uns in Deutschland lautet die klassische Bestellung ja Pommes Schranke. Hier in den Niederlanden kann man stattdessen Pommes „Krieg“ (Patatje Oorlog) bestellen. Klingt krass? Ist es auch. Das sind nämlich Pommes mit Erdnusssoße + Mayo + kleinen Zwiebeln. Wenn ihr also etwas mutiger unterwegs seid, probiert mal diese typisch niederländische Kombi. 😉

5) Indonesisch: Von Satésoße bis Rijsttafel

Bevor die Niederländer die Erdnusssoße mit ihren geliebten Fritten zusammenbringen konnten, musste diese (zusammen mit allerhand anderen Leckereien) natürlich erstmal über einige Ozeane von Indonesien nach Europa kommen. So düster und problematisch die Kolonialgeschichte der Niederlande auch ist, so hat sie Amsterdam heutzutage immerhin zu einer weltoffenen, sehr multikulturellen und freigeistigen Stadt gemacht. Die indonesische Küche ist hier sehr hoch geschätzt und ein wahrer Favorit, wenn es um außergewöhnliche niederländische Gerichte geht. Für die beste und vielseitigste Erfahrung bestellt ihr am besten eine „Rijsttafel“: ein Mix aus typischen indonesischen Gerichten, die in kleinen Probierportionen an einem Tisch gereicht werden. Perfekt also, wenn ihr nach einer tollen Shared-Dining Option für die ganze Familie/Gruppe/Fußballmannschaft sucht!

Geheimtipp: Wer danach noch Platz für Dessert hat, sollte unbedingt mal den leckeren „Spekkoek“ probieren. Keine Sorge, der hat nichts mit Speck zu tun, sondern ist eine süße, geschichtete, indonesische Leckerei – ähnlich unserem Baumkuchen!

Na, welches niederländische Gericht hat eure Neugierde geweckt? Ob ihr nun deftige Hausmannskost, würzige surinamische Küche oder einfach die besten Pommes der Stadt sucht, in unserem schönen Amsterdam kommt ihr garantiert auf eure Kosten. ❤️

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Amsterdamliebe-author
Foodie und Amsterdamliebe-Guide Shari <3